Gebet für Durchblick im Leben mit eingeschränkten Freiheiten

Du arbeitest gerne? Bist gerne unter Menschen? Langsam fällt dir die Decke auf den Kopf, weil du stundenlang zuhause am Computer arbeiten und dich von Freunden fernhalten sollst? Willkommen in der Welt der Bibel! Dieses alte Buch ist brandaktuell!

Ein Großteil des Neuen Testaments wurde unter Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen geschrieben. Dabei war Paulus ein äußerst aktiver Mensch und immer gerne mit anderen zusammen. Aber jetzt – schon wieder „angekettet“ – 2 Jahre unter staatlich angeordnetem Hausarrest (Apg. 28:30-31). Nur per „social Media“ des 1. Jahrhunderts, die sogen. Gefangenschaftsbriefe, adressiert an Christen, Lokalgemeinden (auch zur Weitergabe an Gemeindenetzwerke) und ausgeliefert durch persönliche Boten, konnte er über weite Distanzen in Kontakt bleiben. In diesen Briefen kommt aber auch eine „höhere Methode“ der Gemeinschaftspflege unter Christen zur Sprache: Gebet füreinander.

Gebet – Social Media – Wirtschaftliche Erschütterungen

Im Brief des Paulus an Christen in der großen Stadt Ephesus steht gleich zweimal, wie und was er für diese Freunde betete. Das erste Mal gleich am Anfang:

Immer wieder denke ich in meinen Gebeten an euch. Und ich bete, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch durch seinen Geist Weisheit gibt und euch zeigt, wie er selbst ist, dass ihr ihn erkennen könnt. Er gebe eurem Herzen erleuchtete Augen, damit ihr seht, zu welch großartiger Hoffnung er euch berufen hat, und damit ihr wisst, wie reich das herrliche Erbe ist, das auf euch, die Heiligen, wartet; damit ihr erkennt, wie überwältigend groß die Kraft ist, die in uns Gläubigen wirkt; die Kraft, die nur zu messen ist an der gewaltigen Macht, die er an dem Messias wirken ließ, als er ihn von den Toten auferweckte und ihn in den himmlischen Welten an seine rechte Seite setzte. Dort thront er jetzt, hoch über allen Gewalten, allen Mächten und Autoritäten; über allem, was Rang und Namen in dieser und auch in der zukünftigen Welt hat.

Eph. 1,16-21
Hochburg der Zauberei und des Okkultismus

Der Tempel der Artemis gehört zu den sieben Wundern der antiken Welt. Aber die Kraft des Evangeliums von Jesus brachte die Spiritualität und das damit verknüpfte Geschäftsleben dieser Stadt durcheinander. Magische Bücher im Wert von ca. 137 Jahresgehältern gingen in Flammen auf. Die Existenz des Kunsthandwerks stand in Gefahr zu kollabieren (Apg. 19,17-20). Proteste drohten gewalttätig zu werden und durch Anarchie den Politikern die Kontrolle zu entreißen.

Kann es sein, dass Gott Erschütterungen der Normalität zulässt, damit wir das Wahre und Wesentliche suchen?

Alternative religiöse Auffassungen und Praktiken, zusammen mit einer Fixierung auf materiellen Profit halten Menschen ab, die unvergleichlich große Macht und Herrlichkeit Jesu Christi zu kennen und sich ihr anzuvertrauen. Das war sicher nicht nur damals so.
Was Paulus für diese Christen in Ephesus betete, kann deshalb unser Gebet inspirieren.

Übernatürliche Weisheit, um Gott kennen zu lernen

Hast du schon einmal für dich selbst, deine Freunde und für andere Christen gebetet, dass Gott uns allen durch seinen Geist Weisheit schenkt, damit wir ihn persönlich immer besser kennen können? Gott zu kennen und den, den er gesandt hat, Jesus, ist ewiges Leben (Joh. 17,3). Es befreit von falscher Spiritualität. Gott zu kennen hat mit Wahrheit zu tun, d.h., so, wie er wirklich ist. Es hat aber auch mit Realität zu tun, d.h., es führt in eine persönliche Kenntnis, die nur in einer Beziehung mit ihm entsteht. Gott so zu kennen, ist möglich, wenn der Geist Gottes unsere „inneren Augen“ öffnet. Dafür kannst und solltest du beten.

Mit den Augen des Herzens sehen wir …

… zu welch großartiger Hoffnung Gott uns berufen hat (v.18)

Im Leben mit Jesus ist „Hoffnung“ die feste Überzeugung, dass wir alles, was Gott versprochen hat, erleben werden. Jetzt ist das noch lange nicht alles Realität. Aber wir werden einmal „heilig und ohne Makel“ (Eph. 1, 4) sein. Gott hat sich vorgenommen, uns von den „Macken“ zu befreien, die jetzt immer wieder Ursache zwischenmenschlicher Reibereien sind. In Jesus verspricht Gott nicht nur die Ewigkeit im Himmel, er verspricht eine persönliche Veränderung, die wünschenswert und positiv ist. Bete, dass diese Hoffnung in uns Christen frisch bleibt!

… wie reich das herrliche Erbe ist, das auf uns wartet (v.18)

Der Glaube an Jesus verschiebt unsere Fixierung weg vom Leben in dieser Welt und hin zu dem reichen Potential der Ewigkeit. Dieser Blick ist momentan bei vielen verpönt. Der Glaube an das Leben nach dem Tod muss aber nicht untauglich für das Leben heute machen. Im Gegenteil. Im Bewusstsein des Ewigen werden wir frei, jetzt so zu leben wie es Gott gefällt, weil alles Zeitliche leichter bewertet wird und deshalb weniger bindet. Es zahlt sich aus, alle täglichen Angebote so zu bewerten. Bete, diesen „Durchblick“ zu haben; für dich und für andere Christen!

… wie überwältigend groß die Kraft ist, die in uns wirkt (v.19)

Weil wir gewöhnlich nur das Natürliche sehen, neigen wir dazu, die Vitalität des Lebens in Gottes Kraft zu unterschätzen. Deshalb stülpt die Bibel hier ein Synonym für „Kraft“ über das andere und bündelt es zu einem enormen Kraftpaket. Gottes Kraft, die in uns wirkt, ist: dynameōs (Dynamik), energeia (Wirkung), kratous (Macht), ischyos (Stärke).

Die stärkste Demonstration der Kraft Gottes ist die Auferweckung Jesu aus den Toten und seine Erhöhung zur Rechten Gottes. Diese Kraft stellt Gott dir zur Verfügung. Römer 8,11 macht diesen Zusammenhang noch einmal deutlich: Der Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, lebt in euch. Und so wie er Christus von den Toten auferweckte, wird er auch euren sterblichen Körper durch denselben Geist lebendig machen, der in euch lebt. (NLB)

In uns selbst sind wir schwach, aber Gott stellt uns seine Kraft zur Verfügung, das macht uns stark. Keine Herausforderung ist zu groß, keine Aufgabe zu komplex, keine Prüfung zu schwer. Mit seiner Hilfe kannst du jede Situation meistern.

Inspiration zum Gebet

  • Gott in Wahrheit und ganz real in der persönlichen Beziehung immer besser zu kennen, befreit von falscher Religiosität und von Bindungen an das, was zeitlich ist und deshalb vergeht. Diese Erkenntnis kann nur durch den Heiligen Geist geschenkt werden. Deshalb steht Gebet an erster Stelle!
  • Bete, für dich selbst, für deine Freunde, für Christen deiner Gemeinde und auch für andere Menschen, die du kennst! Damit unsere Hoffnung auf persönliche Veränderung, Gewissheit unserer Zukunft mit Gott und das Bewusstsein der Wirksamkeit seiner Kraft in uns immer frisch bleiben.