Gebet in Zeiten des „Social-Distancing“

Christen sehnen sich danach mit anderen Christen zusammen zu sein. Natürlich sind wir gerne auch mit Menschen befreundet, die nicht so glauben, wie wir es tun. Es gibt aber Bedürfnisse in unserem Leben, die nur von Menschen mit denselben Überzeugungen und Erfahrungen verstanden werden. Austausch mit anderen Christen ist deshalb nötig, wie das tägliche Brot.

Was aber, wenn persönliche Gemeinschaft mit anderen Christen verhindert ist?

Das Gebet des Apostel Paulus, am Anfang seines Briefes an die Christen in Rom, ist beispielhaft, wie wir in solchen Zeiten beten können.

Als Erstes möchte ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle danken, denn in der ganzen Welt spricht man von eurem Glauben. Gott weiß, dass kein Tag vergeht, an dem ich nicht im Gebet an euch denke. Er ist mein Zeuge – er, dem ich diene, indem ich mich mit meinem ganzen Leben für das Evangelium von seinem Sohn einsetze. Gott weiß auch, dass es mein Wunsch ist, endlich einmal zu euch zu kommen. Jedes Mal, wenn ich bete, bitte ich ihn darum, mir das möglich zu machen, wenn es sein Wille ist. Denn ich sehne mich danach, euch persönlich kennen zu lernen und euch etwas von dem, was Gottes Geist mir geschenkt hat, weiterzugeben, damit ihr ´in eurem Glauben gestärkt werdet – besser gesagt: damit wir, wenn ich bei euch bin, durch unseren Glauben gegenseitig ermutigt werden, ich durch euch und ihr durch mich.

Röm. 1, 8-12 (HFA)

Schön, dass Paulus aufschrieb, wie er für Christen betete, mit denen er geografisch noch auf Distanz sein musste.

Es ist ein perfektes „Model-Gebet für Zeiten des „Social-Distancing“.

Fünf Punkte können wir übernehmen und uns zu eigen machen:

(1) Danke Gott für andere Christen

Als Erstes möchte ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle danken, denn in der ganzen Welt spricht man von eurem Glauben.

v. 8

Römer 16 zeigt, dass Paulus intensive Beziehungen zu einzelnen Christen in Rom pflegte. Aber er hatte momentan keine Möglichkeit zur Gemeinschaft mit ihnen. Durch sie hatte er vom Glauben der anderen Christen gehört. Paulus dankte Gott für alle in dieser Gemeinde.
Danke Gott für Christen, mit denen du in Kontakt stehst. Erweitere deinen Gebetszirkel aber über deine direkten Freunde aus – auf andere, die du noch nicht persönlich kennst

(2) Mache es zu einer guten Routine

Gott weiß, dass kein Tag vergeht, an dem ich nicht ´im Gebet` an euch denke. Er ist mein Zeuge – er, dem ich diene, indem ich mich mit meinem ganzen Leben für das Evangelium von seinem Sohn einsetze.

v. 9

„Ich bete täglich für euch…“ war keine Floskel für Paulus; aber es war gewiss auch nicht möglich jede Person namentlich und in einer spezifischen Weise vor Gott zu bringen. Er „dachte“ im Gebet an sie.
Es ist eine gute Gewohnheit, nicht nur für eigene Nöte zu beten; lass Christen deiner Gemeinde und Christen aus deinem weiteren Bekanntenkreis an deinem inneren Auge vorüberziehen während du im Gebet bist. Gottes Geist kann dich dann leiten für einzelne besonders zu beten.

(3) Sprich deinen Wunsch sie persönlich treffen zu können aus

Gott weiß auch, dass es mein Wunsch ist, endlich einmal zu euch zu kommen. Jedes Mal, wenn ich bete, bitte ich ihn darum, mir das möglich zu machen, wenn es sein Wille ist.

v. 10


Es ist ein natürlicher Prozess: Aus dem Gebet für andere, entsteht der Wunsch, dich mit ihnen zu treffen. Christen freuen sich auf persönliche Gemeinschaft mit anderen Christen. Wir dürfen Gott bitten, dass er uns diesen Wunsch gewährt. Es ist aber gut, Geduld zu üben. Gottes Wille hat Priorität über unsere Wünsche. Er weiß mehr! Seine Gedanken sind höher als unsere Gedanken. Du darfst deine Wünsche vor Gott bedenkenlos aussprechen! Anerkenne aber, dass er Gott ist und dass er immer das Beste für uns alle im Sinn hat.

(4) Entwickle Sehnsucht, andere im Glauben zu stärken

Denn ich sehne mich danach, euch persönlich kennen zu lernen und euch etwas von dem, was Gottes Geist mir geschenkt hat, weiterzugeben, damit ihr ´in eurem Glauben` gestärkt werdet

v. 11

Paulus sah sich selbst als „ein Beschenkter“. Gott hat auch dich mit natürlichen Fähigkeiten begabt und durch seinen Geist kann er sogar die Tür ins Übernatürliche öffnen. Beides vermengt sich und drängt zum Dienst für andere. Ein reifer Christ ist nie damit zufrieden „eine gute Zeit mit netten Leuten“ zu erleben. Durch regelmäßiges Gebet für andere entsteht der Wunsch, sie im Glauben weiter zu bringen. Bitte Gott um das Privileg anderen behilflich zu sein.

(5) Gestehe dir ein, dass du auch die anderen brauchst

– besser gesagt: damit wir, wenn ich bei euch bin, durch unseren Glauben gegenseitig ermutigt werden, ich durch euch und ihr durch mich.

v. 12

Wenn Christen zusammen sind entsteht eine Dynamik, die sich mit einem Lagerfeuer vergleichen lässt. Ein Holzscheit entflammt die anderen und hält das Feuer in ihnen am Brennen. Der „Glaube in Gemeinschaft“ entfacht eine positive Wechselwirkung. Unterschätze das nicht! Keiner ist so stark, dass er die Hilfe und Wärme von anderen Christen nicht nötig hat. Wenn das bei Paulus so war, wieviel mehr bei uns

Inspiration fürs Gebet

  • Alles beginnt damit für andere Christen zu beten! Erweitere den Horizont deiner Fürbitte.
  • Mache es zu einer täglichen Gewohnheit. Denke an viele Menschen, während du betest.
  • Christen, die füreinander beten, sehnen sich danach mit den anderen zusammen zu sein.
  • Gebet für andere weckt in mir den Wunsch, sie im Glauben zu stärken.
  • Beter, die an andere denken, wissen, dass auch sie auf Unterstützung angewiesen sind.