Gebet um den Heiligen Geist

Menschliche Vorstellungen liegen – wie so oft – weit auseinander.

  • Manche denken an berauschende Gipfelerlebnisse.
  • Bei anderen ruft die Vorstellung, Erfahrungen mit dem Heiligen Geist zu machen, Beklemmung und Fluchtreflexe hervor.

Als Pastor der KIRCHE am MARKT bewegen mich diese unterschiedlichen Vorstellungen – gerade jetzt vor Pfingsten, wenn wir uns auf den Gottesdienst am Sonntag vorbereiten.

Natürlich ist der Heilige Geist nicht nur am Pfingstfest real erfahrbar. Aber dieses Jahr, mit den vielen Corona-bedingten Veränderungen, entwickelt sich in mir die Erwartung auf eine stille, aber tiefgreifende Erneuerung durch ein frisches Wehen des Heiligen Geistes.

Vielleicht helfen folgende Tatsachen, dich und mich innerlich in die richtige Haltung zu bringen:

Der Heilige Geist ist die gute Gabe unseres himmlischen Vaters.

Wir dürfen Gott um den Heiligen Geist bitten und dabei sicher sein:

  • Gott erhört diese Bitte
  • Gott wird uns nichts Schlechtes geben

Bittet und ihr werdet bekommen! Sucht und ihr werdet finden!
Klopft an und es wird euch geöffnet! Denn wer bittet, der bekommt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Ist unter euch ein Vater, der seinem Kind eine Schlange geben würde, wenn es um einen Fisch bittet? Oder einen Skorpion, wenn es um ein Ei bittet? So schlecht ihr auch seid, ihr wisst doch, was euren Kindern gut tut, und gebt es ihnen. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen den Heiligen Geist geben, die ihn darum bitten.«

Lukas 11:9-13 (GNB)

Wenn es schon bei uns Menschen, mit unseren vielen Fehlern, unvorstellbar ist, dass wir unseren Kindern etwas Schlechtes geben könnten, wie viel weniger wird unser guter und vollkommener Gott so etwas Böses tun.

Der Heilige Geist hat in allem was er tut nur Gutes im Sinn

Es ist beinahe unmöglich, alles aufzuzählen, was der Heilige Geist bewirken möchte. Klar ist: Er möchte tun, was gut für uns ist. Er will geben, was du nötig hast. Er hilft, wo du Hilfe brauchst.

Der Heilige Geist …
  • lehrt die Wahrheit der Bibel und hilft Jesus zu verstehen (Joh. 14:26; 15:26; 16:13).
  • beseitigt Befürchtungen indem er uns innerlich bestätigt, dass wir Gottes Kinder sind (Röm. 8:14-16).
  • bringt Freiheit (2 Kor. 3:17).
  • hilft zu beten, wo uns eigene Worte fehlen (Röm. 8:26).
  • öffnet unsere inneren Augen, damit wir die Hoffnung, die in Jesus liegt, „sehen“ können (Eph. 1:17-18).
  • lässt Charaktereigenschaften Jesu – wie Frucht – langsam in uns wachsen, damit wir unserem Meister ähnlicher werden (Gal. 5:22ff).
  • gießt Gottes Liebe in unser Herz (Röm. 5-6).
  • schenkt Kraft, um die erlebte Realität Jesu zu bezeugen (Apg. 1:8).
  • macht Anbetung und Dienst zur geistlichen Realität (Joh. 4:24; 6:63).
  • gibt übernatürliche Gaben und Wirkungen zur Erbauung anderer (1 Kor. 12:1-11).
  • bestätigt Berufungen zum Dienst (Apg. 13:2; 20:28).

Ist in dieser Tätigkeitsliste etwas, was du dir nicht wünschen würdest? Der Heilige Geist ist der Geist Christi, der hilft und bewirkt, was Gottes gute Absicht in uns und unserem Leben verwirklichen möchte. Es besteht also überhaupt kein Grund zur Furcht, aber viele gute Gründe sich danach zu sehnen! 

Der Heilige Geist ist eine starke aber auch sensible Persönlichkeit

Wenn Gott sich als „Vater im Himmel“ vorstellt, kreiert das die Vorstellung einer fürsorglichen Person. Den Sohn Gottes, Jesus, haben wir als den „Mann aus Nazareth“ vor Augen. Der Heilige Geist bleibt ohne körperliche Assoziation, unsichtbar, mysteriös, er hat nicht einmal einen wirklichen Namen. Aber er gibt Kraft und manifestiert sich durch übernatürliche Wirkungen. Deshalb liegt die Versuchung nahe ihn mit seiner Kraft und den Gaben, die er schenkt, gleichzusetzen.

Wer hier nicht aufpasst, steht in Gefahr menschlich zu denken und vielleicht sogar zu manipulieren. Das müssen wir nicht. Das möchten wir nicht. Es wäre falsch.

Er ist fähig selbst zu handeln

Die Bibel beschreibt den Heiligen Geist mit den Eigenschaften einer Person – sogar einer sehr sensiblen Persönlichkeit. Er denkt (Röm. 8:27; 2 Kor. 2:10-11), empfindet (Röm. 8:26; 15:30; Jak 4:5) und entscheidet nach eigenem Willen (1 Kor. 12:11). Er spricht, lehrt und betet. Er kann betrübt (Jes. 63:10), belogen (Apg. 5:3), gelästert (Mat 12:31) und beleidigt (Heb. 10:29) werden.

Was er aber möchte: er möchte unser Beistand und Ratgeber sein, der – so wie Jesus für seine Jünger – beständig an unserer Seite ist.

Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.

(Johannes 14:15-16)
Was bedeutet das für uns?

Wir müssen niemanden bedrängen. Um den Heiligen Geist zu empfangen oder mit dem Geist Gottes erfüllt zu werden, muss ich mich selbst nicht in einen speziellen Bewusstseinszustand versetzen. Er ist der unsichtbare, aber mächtige Gott, präsent und aktiv wirksam in dieser Welt. Er ist voller Liebe und interessiert daran, uns zu helfen, alles zu werden und zu sein, was Gott geplant und in Jesus am Kreuz ermöglicht hat.

Gott möchte, dass wir verstehen, wer der Heilige Geist ist. Er möchte, dass wir uns Jesus völlig ausliefern. Erfüllt von seiner Fülle, können wir ein Leben im Geist, inspiriert, geführt und bevollmächtigt leben. Wir dürfen den Vater um seinen Geist bitten. Wir sollten uns glaubens- und vertrauensvoll für ihn öffnen, ohne Furcht.

Wer bittet, dem wird gegeben. Der Heilige Geist ist fähig zu tun, wozu er gesandt wurde. Lasst uns groß von Jesus denken und seinem Geist alles zutrauen. Auch mit uns!

Deshalb ist mein Wunsch für Pfingsten 2020 eine stille, aber tiefgreifende Erneuerung durch den Heiligen Geist.